Chronik Musikverein

1969 bis 1979

Da man bei Veranstaltungen in der Ortsgemeinde Holler stets auswärtige Musikgruppen engagieren musste, nahmen sich im Mai 1969 einige Bürger aus Holler diesen Umstand zum Anlass, den Aufbau eines eigenen Blasorchesters zu initiieren. Zu den Gründern des Musikvereins Holler im Rahmen der Gründungsversammlung am 21. Juni 1969 im Vereinslokal Heibel in Holler gehörten: Alfred Ebermann, Bernhard Ferdinand, Josef Groß sen., Adolf Heibel, Werner Kahlenberg, Raimund Keller, Kurt Kloft, Manfred Kretschmann, Josef Metternich, Hans Meuer, Rainer Meuer, Günther Pehl, Werner Pfeil, Hans Reimann, Engelbert Roth, Norbert Sanner, Alois Speier, Josef Stahl und Reinhold Weis.

Den Vorsitz des neu gegründeten Vereins übernahm Adolf Heibel. Die durch die Anschaffung von relativ teuren Instrumenten sich abzeichnenden finanziellen Probleme konnten durch Zuschüsse, Spenden und die Eigeninitiative der einzelnen Aktiven behoben werden. Da zu den Gründern damals auch „fertige“ Musiker gehörten, wurde sofort mit der Probenarbeit begonnen. Diese Proben leitete fortan Josef Stahl. Die Ausbildung von Nachwuchsmusikern übernahm von 1969 bis 1976 Manfred Kretschmann ehrenamtlich für den jungen Verein. Unterstützt wurde er hier u. a. von Hans-Josef Bergweiler (Holzbläser) und Josef Metternich (Schlagzeuger).

Bereits die ersten Monate brachten für den Verein eine erfreuliche Entwicklung, zählte man doch zum Jahresende 1969 bereits 45 Mitglieder. Mit dem Martinszug in Holler sowie dem Volkstrauertag am Ehrendenkmal der Gemeinde im November desselben Jahres konnte man schon erste öffentliche Auftritte in der Chronik niederschreiben. Als erster Dirigent wurde Anfang 1970 Bernhard Roth, ein erfahrener Blasmusiker aus Niederelbert, verpflichtet. Den ersten Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte erlebten Gemeinde und Orchester dann im Mai 1970 mit dem Gründungsfest. Das noch heute traditionell an Christi Himmelfahrt gefeierte Waldfest sowie der 1971 erstmals vom damaligen Vorstand des Musikvereins organisierte Kinderfastnachtszug sind zusammen mit dem Musikverein Holler zur Tradition in der Gemeinde geworden. Diese Veranstaltungen halfen damals über die ersten finanziellen Engpässe in entscheidendem Maß hinweg.

Ab Herbst 1971 übernahm Manfred Kretschmann neben der Ausbildung auch die musikalische Leitung des Orchesters. Zum 01. Januar 1972 beschloss man, den Beitritt zum Volksmusikerbund Rheinland-Pfalz. Im darauffolgenden Frühjahr 1973 legte man mit der Gründung des ersten Jugendorchesters den Grundstein für den personellen Nachwuchs im Orchester und die stetig positive Entwicklung der musikalischen Leistungen: 20 Kinder und Jugendliche starteten die Ausbildung an einem Instrument – einige von ihnen sind heute wesentliche Leistungsträger in Orchester und Vorstand. Musikalische Erfolge ließen nicht auf sich warten. Bereits im Herbst 1973 erhielt das junge Orchester im Rahmen eines Kritikspiels in Höhr-Grenzhausen vom dort anwesenden Musikdirektor Friedrich Deisenroth sehr gute Bewertungen. Die Nachfrage an musikalischen Auftritten nahm in der Folgezeit stetig zu und der Verein wurde schnell zu einem gern gehörten Orchester bei Veranstaltungen und Konzerten in der näheren und weiteren Umgebung. Seit der Errichtung einer neu gefassten Satzung im Jahr 1975 trägt der Musikverein Holler das Kürzel „eingetragener Verein“.

Während die Nachwuchswerbung ständig fortgesetzt wurde, konnte auch das Jugendorchester schnell erste Erfolge verbuchen und erlebte mit der 1976 gestarteten Ausbildungsaktion mit Berufsmusikern des damaligen Heeresmusikkorps 5, Koblenz (heute Heeresmusikkorps 300) weitere gute Fortschritte. Mit der Verpflichtung des neuen Dirigenten Frank Seliga Anfang 1976 hatte der Verein weniger „Glück“. Nach wenigen Monaten trennte man sich wieder. Die musikalische Leitung des Vereins wurde dann nochmals von Manfred Kretschmann weitergeführt. Im Herbst 1976 stellte sich der Verein im Rahmen eines Konzertes in neuen Uniformen der Gemeinde und dem Publikum vor: 43 aktive Musiker, ein 18-köpfiges Jugendorchester, dazu der ebenfalls 1976 gegründete Mädchenspielmannszug und eine 12- Mann starke „Dancing Band“ bildeten damals ein „kleines Imperium“. Bereits 1977 begann man mit der Planung des Musikfestes zum 10- jährigen Bestehen des Musikvereins. Im Juni 1979 schließlich wurde das Kreismusikfest in Holler mit vielen befreundeten Kapellen und als Höhepunkt, dem Tanzorchester "Hugo Strasser", gefeiert. Im Anschluss an unser Musikfest übernahm nun Josef Stahl das Dirigentenamt und setzte die erfolgreiche Tätigkeit seiner Vorgänger nahtlos fort.

1979 bis 1989

Ein viertägiger Ausflug nach Rückholz im Allgäu sowie die Reise nach Brackley (England) im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Montabaur bildeten, neben ungezählten Konzerten und Unterhaltungsauftritten, weitere Höhepunkte im Vereinsleben. Ein entscheidender Schritt nach vorn bedeutete, nach dem Abtreten von Josef Stahl, 1984 die Verpflichtung von Walter Tichatschke (Koblenz), ebenfalls Berufsmusiker und ehemals Soloklarinettist im Koblenzer Heeresmusikkorps 5, für das Orchester. Nachdem zuvor Thomas Weidenfeller für einige Monate die Probenarbeit übergangsweise weitergeführt hatte, übernahm Herr Tichatschke Ende 1984 das Orchester. Sehr schnell gelang ihm mit großem persönlichem Einsatz - auch in der Nachwuchsausbildung - eine deutliche Steigerung des musikalischen Niveaus. Die Steigerung der Leistungsfähigkeit des Musikvereins bestätigte sich besonders im Rahmen der seit 1985 jährlich ausgetragenen Konzerte mit den befreundeten Vereinen aus Daubach, Heiligenroth und Meudt.

Nach der Auflösung des Mädchenspielmannszuges im Jahr 1984 wurden fortan Mädchen ins Orchester integriert. Diese Maßnahme war die Grundlage für die heutige sehr gute personelle Situation des Vereins. In den Jahren 1984 bis 1990 hielt sich die Zahl der Aktiven konstant bei ca. 35 – 40 und die Nachfrage nach Auftritten sorgte mit ebenfalls ca. 40 pro Jahr immer für genügend musikalische Entfaltungsmöglichkeiten. Die musikalischen Höhepunkte waren die Mitgestaltung der Live-Sendung „Frohes Wochenende“ aus Nassau 1986 sowie die erfolgreiche Teilnahme am Wertungsspiel (in der Oberstufe) beim Landesmusikfest in Betzdorf 1988. Die bereits erwähnten Gemeinschaftskonzerte und die eigenen Herbstkonzerte mit den Orchestern aus Hartenfels, Marienstatt und der Postmusikkapelle Koblenz bildeten die jährlichen Highlights der sehr guten Probearbeit von Herrn Tichatschke.

1989 bis 1999

Aus Altersgründen legte er jedoch nach sieben Jahren intensiver und erfolgreicher Arbeit sein Dirigentenamt nieder. Die Nachfolge von Walter Tichatschke 1991 als Dirigent und Ausbilder schien zunächst für den Verein zu einem ernsthaften Problem zu werden, suchte man doch einen geeigneten Orchesterleiter, der die Arbeit von ihm gut fortsetzen würde. Mit der „Überredung“ von Wolfgang Lang, Musiklehrer an der Kreismusikschule Westerwald und erfahrener Orchesterleiter, gelang die Neubesetzung schließlich schneller als erwartet und, wie der Verein schon nach kurzer Zeit feststellen konnte, geradezu ideal. Mit großem Einfühlungsvermögen und Spaß an der Arbeit mit einem sehr jungen Orchester, gepaart mit unbestrittenen fachlichen Fähigkeiten, erfuhr der Musikverein Holler auch seit 1992 mit Wolfgang Lang eine ungebrochene Entwicklung. Nicht zuletzt durch die Bestärkung von Wolfgang Lang hat der Verein einen zukunftsweisenden Weg eingeschlagen, indem er als erster Verein im hiesigen Raum 1992 mit der Einführung der musikalischen Früherziehung begann (siehe Über Uns - Chronik - Jugendmusikverein). Das Ausbildungssystem wurde in den folgenden Jahren so weit ausgebaut, dass es mittlerweile lückenlos von der Früherziehung über die Instrumentalausbildung und drei abgestufte Jugendorchester zur Mitgliedschaft im „großen“ Verein hin führt. (siehe Über uns - Chronik - Ausbildungssystem)

1999 bis heute

Zum Jahresende 2001 gab Wolfgang Lang seine Tätigkeit als Dirigent auf. Bei seiner Verabschiedung während des Neujahrskonzertes 2002 konnte der Dirigentenstab nahtlos an seinen Nachfolger Herrn Marco Müller übergeben werden. Marco Müller ist Berufsmusiker bei der Bundeswehr. Allerdings legte er im August 2004 sein Dirigentenamt überraschend für alle aus persönlichen Gründen nieder. Unsere Vizedirigentin Katharina Best geb. Keller hat daraufhin die musikalische Leitung des Vereins übernommen. Nach einer intensiven Suche konnten wir im Januar 2005 Herrn Stefan Klein, Solohornist beim Heeresmusikkorps in Koblenz als neuen Dirigenten verpflichten. Martin Hommerich übernahm im Januar 2007 den Dirigentenstab, da Stefan Klein nach seiner Versetzung zum Musikkorps der Bundeswehr das Orchester nicht mehr weiter führen konnte.

Von Oktober 2007 bis April 2014 war Ulrich Diefenthal der Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters. Nach einigen Wechseln in den Jahren zuvor sorgte er nicht nur für die nötige Konstanz in der Leitung unseres Orchesters, sondern er unterstützte auch unsere musikalische Weiterentwicklung. Dank seiner Ideen und seines Engagements spielen wir inzwischen jährlich vier Neujahrskonzerte vor ausverkauftem Haus, die immer wieder unter einem neuen Motto stehen und durch eine "Rundum-Inszenierung" überzeugen.

Von August 2014 bis Juli 2017 stand das SBO unter der Leitung von Fraser Gartshore. Er brachte durch seine vielfältigen Erfahrungen im Bereich der Jazz-, Rock- und Popmusik frischen Wind in unser Repertoire. Nach einer kurzen Zeit der Vakanz steht unserem Orchester nun seit August 2017 Ulrich Reifenrath vor. Mit ihm gemeinsam wollen wir weiter an der musikalischen Vielfalt unseres Programms arbeiten.

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